Wie Sie schon nach dem ersten Satz wissen, ob das Weiterlesen lohnt.
Kleine Schule im Entlarven von Buchanfängen

 

Wie lässt sich angesichts der Fülle von Literaturangeboten eine sinnvolle Auswahl treffen? Helfen Bestsellerlisten wirklich, die Bücher zu finden, die dem eigenen Geschmack entsprechen?

Dieses Seminar wählt einen ungewöhnlichen Weg der Auswahl: es schult seine Teilnehmer darin, ein Werk schon nach dessen erstem Satz einzuschätzen. Denn es ist geradezu verblüffend, wie sehr der Anfang bereits verrät, was den Leser im Verlauf der Lektüre erwartet. Länge und grammatikalische Struktur, Wortwahl, Bedeutungsfelder und Satzmelodie, in ihrer Gesamtheit geben sie klar und verläßlich Aufschluß über das Besondere des dann folgenden Buches.

In seiner Resonanz auf den Anfang erfährt der Leser zugleich noch viel mehr, und nicht weniger Spannendes: er begegnet seinen eigenen Wünschen und Erwartungen, die er an dieses und an andere Bücher richtet. Versteht er erst, wie Anfänge funktionieren, wird er zukünftig wissen, warum er sich für das eine und gegen das andere Buch entscheidet. In einem Buch suchen wir ja nicht, was wir haben, sondern das, was uns fehlt. So schwingt im Weiterlesen eines Buches nach dessen Anfang stets die heimliche Hoffnung mit, in der Lektüre zu erleben, was im eigenen Alltag oft unerfüllt bleibt.

Diese kleine Schule bietet dazu einen dritten Gewinn: ganz nebenbei werden hier ebenso unterhaltsam wie geistreich nicht nur sehr interessante, sondern zugleich die bedeutensten Romane und Erzählungen der vergangenen beiden Jahrhunderte vorgestellt. So entsteht am Ende ein Überblick über die Geschichte der deutschsprachigen Literatur dieses Zeitraums.  

Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an Andrea Hensgen!